Trauerbegleitung für Kinder,
Jugendliche und Familien.

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Du kannst die Wellen nicht stoppen,
aber du kannst lernen zu surfen.

Jon Kabat-Zinn

Ein plötzlicher Todesfall, ein Abschiednehmen nach langer Krankheit, eine Trennung der Eltern - all diese heftigen Wellen des Lebens können Kinder, Jugendliche und natürlich auch uns Erwachsene "von Board werfen". Anfangs ist es unfassbar, dass das passiert. Der Schmerz und das Leid lassen das bisherige Leben still stehen. Und manchmal scheint es einfach nicht mehr aushaltbar zu sein. Man hat das Gefühlt, unter zu gehen, im Sturm des Lebens.

Jeder Mensch geht anders mit Leid und Schmerz um. Ein Vermeiden, ein "in Arbeit stürzen", ein Rückzug, ein "alles richtig" machen wollen, Wut oder Flucht. All das sind Strategien, um den Schmerz möglichst "taub" zu machen.
Trauer verändert sich mit dem Alter und der persönlichen Entwicklung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben Verlust unterschiedlich und finden jeweils eigene Wege, damit umzugehen.

Wir können die Wellen nicht in ein ruhiges Meer verwandeln.

Aber wir können junge Menschen dabei begleiten, wieder Vertrauen in die eigene Kraft und ins Leben zu finden und ihren eigenen Weg in den Wellen des Lebens zu entdecken.


Trauer hat viele Gesichter

Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene. Vor allem trauert jeder Mensch anders. Dabei spielt auch das Alter eine wichtige Rolle. Ein kleines Kind bis etwa fünf Jahre erlebt und versteht den Tod anders als ein Schulkind zwischen etwa fünf und zwölf Jahren. Und Jugendliche setzen sich noch einmal auf eine andere Weise mit Verlust, Endlichkeit und der eigenen Zukunft auseinander.

Trauer kann deshalb ganz unterschiedliche Formen annehmen. Sie kann laut sein oder ganz still. Sie kann sich in Tränen zeigen, in Wut, Rückzug oder scheinbarer Gleichgültigkeit. Manchmal steckt sie hinter Bauchschmerzen, Schwierigkeiten in der Schule oder dem Wunsch, einfach nur allein zu sein. Und manchmal rennt ein Kind wenige Minuten nach einem traurigen Moment wieder lachend nach draußen.

Das darf so sein.

Trauer zeigt sich in starken Gefühlen, über die Kinder und Jugendliche nicht so leicht sprechen: Wut auf das, was passiert ist, Schuldgefühle, vielleicht sogar Wut auf den verstorbenen Menschen oder der Gedanke, selbst etwas falsch gemacht zu haben. Auch widersprüchliche Gefühle dürfen nebeneinander bestehen und brauchen zunächst einmal Raum, ohne bewertet zu werden.

Wie Trauer erlebt und ausgedrückt wird, ist so individuell wie der junge Mensch selbst. Deshalb möchten wir nicht vorgeben, wie Trauer aussehen sollte oder wann es Zeit ist, darüber zu sprechen.

Wir möchten Kindern und Jugendlichen die Zeit geben, selbst herauszufinden, was ihnen guttut und was sie auf ihrem eigenen Weg durch die Trauer trägt.

Die Trauer kommt in Wellen

Trauer kann überwältigen, wütend machen, Angst auslösen oder völlig erschöpfen. Sie kann Gedanken und Gefühle durcheinanderbringen und manchmal ist sie plötzlich da - ausgelöst durch einen Geruch, ein Lied, einen Ort, einen Satz oder eine Erinnerung. Trauer kommt in Wellen. Manche sind klein. Andere treffen mit voller Wucht. Und manchmal bleibt keine Zeit, sich darauf vorzubereiten. Da ist die Gewissheit, dass ein Mensch nicht zurückkommt.

Die leere Seite am Tisch. Das Zimmer, in dem plötzlich jemand fehlt. Eine Stimme, die man nicht mehr hören wird. Eine Nachricht, die man nicht mehr schicken kann. Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Trauer kann Wut sein. Angst. Schuld. Verzweiflung. Einsamkeit. Sie kann sich im Körper zeigen, den Schlaf rauben, die Konzentration nehmen oder dazu führen, dass plötzlich gar nichts mehr zu spüren ist. Niemand kann ständig in diesen Wellen bleiben.

Trauer ist eine oft anstrengende Arbeit, um das gebrochene Herz wieder zu heilen. Es geht nicht darum, das Herz oder das Leben wieder so zu machen, wie es vorher war. Durch jedes Leid entsteht eine neue Narbe in unseren Herzen.

In der Trauerarbeit geht es darum, die Wunde heilen zu lassen, damit eine "schöne" Narbe entstehen kann = WUNDEr